5. Februar 2020 Category Icon

Bucket List 2020

Augen auf für unsere schöne Welt

Ja, schon klar, es gibt große Fragen, bei denen wir um Lösungen ringen, von Klima bis Insektensterben. Aber das ist kein Grund, vor lauter Sorge und Arbeit die Schönheiten am Wegesrand nicht mehr wahrzunehmen, mit denen die Natur uns immer wieder beschenkt! Und nur was wir schätzen, wollen wir ja auch schützen. 

Sternenhimmel bei Nacht beobachten
Foto: Shutterstock

Für 2020 machen wir uns daher eine Bucket List: Wir wollen die Augen öffnen und uns an Schönem freuen, wollen Erlebnisse planen, die uns glücklicher und schlauer machen. Hier sind sie also: 12 Ideen für ein ganzes Jahr!

  1. Im Januar – schauen wir ins Universum

    Manchmal muss es erst richtig dunkel werden, bevor uns ein Licht aufgeht. In einer Winternacht ohne Lichtverschmutzung kommt zum Vorschein, was unserer Spezies einst ein gewohnter Anblick war: das himmlische Spektakel der Milchstraße mit ihren funkelnden Sternen und fernen Galaxien. Sprachlos staunen wir ins Unendliche, fragen uns: Ist da jemand? Und haben uns noch nie so zu Hause gefühlt auf unserem Planeten wie in diesem Moment. Bester Zeitpunkt ist Neumond am 24. Januar. Teleskope gibt es bereits ab rund 50 Euro, z. B. bei bresser.de. Besonders dunkle Orte nennt deutschland.de, das Buch „Himmelleuchten“ (shop.lonelyplanet.de) verrät die weltbesten Spots für Sternengucker.

  2. Im Februar – träumen wir uns in die Wolken

    Delfin-Wolke
    Foto: GettyImages

    Ob Cirrus, Stratus, Cumulus oder Nimbus – Wolken sind die Poesie der Natur und eine Einladung zum Träumen und Trödeln. Ist das dort oben nicht ein fliegender Delphin? Und da, weiter links: ein Hase? Wolkenformationen zu deuten, bereitet nie endendes Vergnügen. Wir verdanken es einem Tick unseres Hirns, das nicht anders kann, als in allem vertraute Gestalten zu sehen: Gesichter in der Holztäfelung, einen Mann im Mond und eben Tiere in Wolken. Auf Hardcorefans wartet die weltweite „Gesellschaft der Wolkenbewunderer“: cloudappreciationsociety.org. In „Wolken“ (ulmer.de) erklärt Meteorologe Hans Häckel den Himmelsdunst.

  3. Im März – beobachten wir die Zeit beim Verstreichen

    Der Tag hat 24 Stunden? Falsch. Er hat nur 23 Stunden, 56 Minuten und 4,091 Sekunden, so lange braucht die Erde am Äquator, um mit einer Umdrehung am selben Punkt wieder anzukommen. Wir können ihr beim Rotieren und der Zeit beim Verstreichen zusehen, wenn wir ein foucaultsches Pendel beobachten: Unter dem schweren Gewicht dreht die Erde sich sichtbar hindurch. 1851 in Paris als Nachweis der Erdrotation entdeckt, hängt das berühmteste Pendel heute dort im Panthéon. Aber auch in Kassel hängt eines, im Astronomisch-Physikalischen Kabinett der Orangerie! museum-kassel.de

  4. Im April – entdecken wir Schönes zum Vernaschen

    Kräuter
    Foto: Shutterstock

    Ab jetzt blühen sie wieder vor unserer Tür: Wildpflanzen mit essbaren Blüten und Blättern. Gänseblümchen und Löwenzahn, Bärlauch und Sauerampfer, Thymian, Brennnesselblättchen und viele mehr sehen toll aus auf dem Teller und verfeinern mit ihren würzigen Aromen so manches Rezept. Caroline Deiß hilft mit „Die Magie der Wildkräuter“ (christian-verlag.de), sie das ganze Jahr hindurch zu erkennen und richtig zuzubereiten. Die prämierte App „Flora incognita“ hilft beim Identifizieren per Foto (floraincognita.com).

  5. Im Mai – erforschen wir das Leben zu unseren Füßen

    Marienkäfer
    Foto: Shutterstock

    Ein Quadratmeter genügt. Im Wald, im Park, im Garten, markiert mit einem Faden: Das ist unser Mikrokosmos, wo wir nun täglich mit einer Handlupe (z. B. bei optik-pro.de) den Blick des Forschers auf seine geheimen Vorgänge richten: Flechten und Moose, Tierspuren und Käfer, keimende Eicheln und erste Frühlingsblüten. Faszinierend, was sich da so tut! Als Begleitlektüre sei „Das verborgene Leben des Waldes“ von David G. Haskell (goldmann-verlag.de) empfohlen: Er hat genau das ein Jahr lang getan und so poetisch wie spannend notiert.

  6. Im Juni – lassen wir den Blick in die Weite schweifen

    Frau in den Bergen
    Foto: Adobe Stock

    Das ist der Gipfel! Gibt es ein erhabeneres Gefühl, als von hoher Warte hinabzublicken auf die Welt zu Füßen? Die höchsten Berge der Bundesländer finden Sie auf deutschland-deine-berge.com (in Hessen ist es natürlich die Wasserkuppe), eine „Liste von Aussichtstürmen“ auf Wiki. Die App „PeakFinder“ (peakfinder.org) nennt die Namen von Bergen rundum. Und wie weit ist es bis zum Horizont? Hängt davon ab, in welcher Höhe überm Meer Ihre Augen sind. Sitzen Sie am Strand, ist er etwa 2,7 km entfernt. Eine App zur Berechnung gibt es nicht, aber einen Rechner auf netzangler.de.

  7. Im Juli – genießen wir den Anblick des Meeres

    Wohin wir in den Ferien wollen? Natürlich ans Meer! Sand und Muscheln, Wellenrauschen und vor Augen die weite Wasserfläche. Mit jedem Licht, in jedem Wind sieht sie anders aus: bleigrau oder tiefgrün, schaumig oder schimmernd glatt, Himmel und Sonne spiegelnd. Sich diesem Anblick hinzugeben, ist gut für die Gesundheit: Die Farbe Blau, die Weite, der Rhythmus – das entstresst und senkt den Blutdruck. Wie wär’s mit einer Fotoserie: jeden Tag zwei, immer vom gleichen Ort aus? In Grömitz an der Ostsee gibt es Schlafstrandkörbe, in denen Sie am Ende der Nacht die Sonne aufgehen sehen (groemitz.de), auch in Büsum an der Nordsee gibt es sie (buesum.de).

  8. Im August – beobachten wir Nachtjäger

    Fledermaus im Flug
    Foto: Shutterstock

    Wenn die Dämmerung kommt, segeln sie lautlos über den Himmel: Fledermäuse. Was wir sonst fast nie wahrnehmen: die wendigen Jäger auf Insektenfang, das erleben wir zur „Internationalen Batnight“ Ende August auf zahlreichen Veranstaltungen und Führungen in ganz Deutschland. Unter nabu.de/tiere-und-pflanzen/aktionen-und-projekte/batnight finden Sie alle Termine. Wer im Norden wohnt, dem sei eine Führung in der großen Kalkberghöhle bei Bad Segeberg empfohlen, wo über 30.000 Fledermäuse leben (noctalis.de).

  9. Im September – entdecken wir Schätze

    Sie glauben, Ihre Heimat genau zu kennen? Na, dann gehen Sie doch mal auf Schatzsuche – und lernen dabei ganz neue Plätze, Wege und Naturrefugien kennen, denn bei diesem Hobby führen die Routen häufig querfeldein. Organisieren Sie eine Schnitzeljagd, so wie früher, im Wald, mit Richtungspfeilen aus Sägespänen und Naturbeobachtung, das macht in jedem Alter Spaß (schnitzeljagd-ideen.de). Oder schließen Sie sich der modernen Variante an, dem Geocaching mit GPS. Auf geocaching.de sind Caches im gesamten Land veröffentlicht.

  10. Im Oktober – werfen wir einen Blick in die Urzeit

    Dinosaurier
    Foto: PR

    170 Millionen Jahre lang beherrschten Dinosaurier die Welt, bis sie vor etwa 65 Millionen Jahren ausstarben. Wir gehen auf Zeitreise in ihre Welt: Im Freilichtmuseum Münchehagen bei Hannover spazieren wir auf einem 2,5 km langen Rundweg zwischen 230 erschreckend realistischen Dino-Nachbildungen in Originalgröße und bestaunen ihre echten versteinerten Fährten, die dort 1980 entdeckt wurden (dinopark.de). Hervorragende Ausstellungen mit Fossilien finden sich zudem im bayerischen Altmühltal (naturpark-altmuehltal.de) und im baden-württembergischen Holzmaden (urweltmuseum.de). Zu beiden gehören Hobby-Steinbrüche, wo Sie selbst auf Fossiliensuche gehen können.

  11. Im November – beobachten wir Singvögel

    Kind mit Vogelhaus
    Foto: Shutterstock

    Jetzt, wo die Tage kürzer und die Temperaturen frostig werden, freuen sich Vögel über Futterstellen mit energiereichen Saaten und Mehlwürmern. Uns bietet das eine wunderbare Gelegenheit, sie aus der Nähe zu beobachten, das Geschwirr der hübschen Tiere ist immer wieder herzerwärmend. Ideal sind Futtersäulen, die am Balkongitter angebracht werden (z. B. bei vivara.de), denn da das Fensterglas spiegelt, nehmen die Vögel die Beobachter drinnen kaum wahr. Praktische Futtermischungen ohne Schalen verschmutzen Balkon und Terrasse nicht. Im Büchlein „Vögel füttern – aber richtig“ lernen Sie die wichtigsten Wintergäste am Futterhaus kennen und erfahren, was sie brauchen (kosmos.de).

  12. Im Dezember – haben wir Visionen der Zukunft

    Das Futurium in Berlin
    Experimente und Ideen für die Welt | Foto: Schnepp Renou

    Das Jahr geht zu Ende, das nächste kommt ganz sicher, das wissen wir. Nur was es uns bringt, das wissen wir nicht. „Prognosen sind eine schwierige Sache, vor allem, wenn sie die Zukunft betreffen“, lautet ein Bonmot. Das neue „Futurium“ in Berlin wagt es dennoch: Auf 5000 qm werden hier Ideen und Visionen diskutiert, ausgestellt, ausprobiert. Auch Besucher dürfen experimentieren (Eintritt frei, futurium.de). Im Buch „15 ½ Regeln für die Zukunft“ zeigt der Trendforscher Matthias Horx, wie wir uns mental vorbereiten, die Zukunft als Chance begreifen und für Neues offen bleiben (econ-verlag.de).

Von Johanna Dank