20. Oktober 2020 Category Icon

Die Confiserie Helgert in Altdorf

SÜSS, die Jungs

Nur feinste Zutaten gelangen in die Schokolade, aus denen die fränkische Confiserie Helgert Weihnachtsmänner gießt. Der Kakao? Natürlich aus nachhaltigem Anbau.

Gerhard Helgert
Ab 1983 baute Gerhard Helgert die Confiserie auf. Seit drei Jahren unterstützt ihn Nichte Melanie Jimenez | Foto: Simeon Johnke

Die Confiserie Helgert im mittelfränkischen Altdorf

Während draußen die Sommersonne die Luft erhitzt, ziehen sich in der Confiserie Helgert die Weihnachtsmänner dick an. Da sitzt die Mütze auf dem bärtigen Kopf, und ein warmer Mantel mit Pelzbesatz umhüllt die massigen Körper – aus Schokolade, versteht sich. Im mittelfränkischen Altdorf, etwa 20 Kilometer von Nürnberg entfernt, werden rund vier Monate vor der Adventszeit jene dekorierten Figuren zum Leben erweckt, die zwischenzeitlich ihren Weg in die tegut… Märkte gefunden haben.

„Ich esse jeden Tag Schokolade, seit 50 Jahren“ schmunzelt Gerhard Helgert

Ein Weihnachtsmann gleicht dem anderen

„Die Schminkerei ist das Herzstück“, erzählt Geschäftsführer Gerhard Helgert bei einem Rundgang durch die klimatisierte Produktionshalle, in der die Besucher ein feiner, süßer Duft erwartet. Schließlich dreht sich auf der ersten Station, auf dem Entstehungsweg der Weihnachtsmänner, alles um ihr besonderes Dekor. Wo früher Mitarbeiterinnen Augen, Bart und Knöpfe in die Hohlformen pinselten, lassen heute Maschinen nacheinander weiße und Zartbitterschokolade an präzise definierte Stellen fließen. So gleicht zum Schluss eine Figur perfekt der anderen.

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Die Produktion von Schokomännern

Ein Teil der Formen, die in der Confiserie verwendet werden, gehen auf Skizzen des Firmenchefs zurück. „Ich zeichne die Figuren und lasse sie von einem Modellbauer modellieren. Nach einem 3-D-Scan werden dann die Formen angefertigt“, erklärt Gerhard Helgert. Nachdem die weißen und dunklen Dekorelemente unter Kühlung gehärtet sind, läuft die mit 30 Grad wohltemperierte Vollmilchmasse hinein. In der Schleuder – einer Anlage, die die geschlossenen Formen dreht – verteilt sich die Schokolade innerhalb von acht Minuten gleichmäßig.

Ein weiterer Kühlgang, und schon lösen sich die Weihnachtsmänner von selbst aus ihrer Hülle. Eine Mitarbeiterin prüft sie auf Luftblasen und sonstige optische Abweichungen. Haben sie den Qualitätscheck bestanden, werden die Schokomänner in Klarsichtbeutel verpackt, die das Dekor erkennen lassen. Sicher verstaut in Kartons warten sie dann in der angrenzenden klimatisierten Lagerhalle auf ihre Reise ins Verkaufsregal.

190 Tonnen Schokolade verarbeitet die Confiserie pro Jahr: 100 verschiedene Weihnachts- und Osterfiguren und Schokolade | Foto: Simeon Johnke

Die Nische der Confiserie Helgert

Zwischen der Massenproduktion internationaler Nahrungsmittelkonzerne und Konditoreien mit eigener Herstellung hat die Confiserie Helgert ihre Nische gefunden. Ihre Spezialität: über 100 verschiedene Oster- und Weihnachtsfiguren sowie Schokoladentafeln, die ihre Abnehmer bei großen Lebensmittelhändlern, Süßwaren-Fachgeschäften und Konditoreien mit eigenem Filialnetz finden. In 19 Ländern sind die süßen Waren aus Mittelfranken erhältlich. „Unser Schwerpunkt liegt auf Europa. Wir haben unsere Schokolade aber auch schon bis nach Australien geliefert“, erzählt Gerhard Helgert stolz.

Die Kakaobohnen stammen aus UTZ-zertifiziertem Anbau

Schoko-Weihnachtsmann Produktion
Maschinen lassen die – nach einem alten Familienrezept hergestellte – weiße und Zartbitterschokolade an exakt definierte Stellen fließen. Früher wurden Augen, Bart und Knöpfe in Handarbeit in die Hohlformen gepinselt | Foto: Simeon Johnke

Die Anfänge des Familienunternehmens Helgert

Mit seinem Vater und seinem Bruder – allesamt Konditorenmeister – baute er ab 1983 das Unternehmen auf. Doch nur zwei Jahre nach dem Start sollte Vater Ernst schwer erkranken. „Dass wir die Confiserie übernehmen, war nie eine Frage. Unser Vater hätte die Arbeit allein nicht bewältigt“, erzählt Gerhard Helgert. Vor drei Jahren zog sich schließlich Bruder Siegfried aus gesundheitlichen Gründen zurück. An seiner Stelle stieg dessen Tochter Melanie Jimenez in den Betrieb ein und verlegte für das Familienunternehmen ihren Lebensmittelpunkt von Miami zurück in die fränkische Heimat. Die 42-Jährige unterstützt ihren Onkel in organisatorischen Aufgaben: „Wir ziehen an einem Strang, weil wir mit der Confiserie aufgewachsen sind. Ich sehe noch meinen Großvater hier arbeiten. Es stecken so viele Emotionen, so viele Erinnerungen darin.“

Schokomänner
Haben die Schokomänner den Qualitätscheck bestanden, werden sie in Klarsichtbeutel verpackt, die das Dekor erkennen lassen | Foto: Simeon Johnke

Nachhaltige Schoko-Weihnachtsmänner

Heute verarbeitet das mittelständische Unternehmen 190 Tonnen Schokolade pro Jahr – dies entspricht 1,9 Millionen Tafeln. Das Rohmaterial kommt in Form von kleinen Drops, aber auch Zehn-Kilogramm-Blöcken nach Altdorf, wo es über Nacht in großen Bottichen eingeschmolzen wird. „Die Schokolade wird nach unserer Rezeptur hergestellt. Es ist ein uraltes Familienrezept, das wir stetig verfeinern“, sagt Gerhard Helgert Der Kakao stammt aus nachhaltigem UTZ zertifiziertem Anbau. „Die Verbraucher wünschen sich nachhaltige Produkte. Wir als Hersteller sind natürlich froh, darauf reagieren und unseren Beitrag zu einer besseren Welt leisten zu können“, sagt Melanie Jimenez.

„Wir ziehen an einem Strang, weil wir mit der Confiserie aufgewachsen sind.“

Darüber hinaus gelangen neben der Kakaobutter keine weiteren Fette, wie etwa das günstige Palmöl, das aufgrund seiner Gewinnung umstritten ist, in die Schokolade. „Kakaobutter besitzt einen zarten Schmelz. Sie schmeckt einfach voller“, ergänzt Melanie Jimenez und gesteht, dass sie am ständigen Naschen nicht vorbeikommt. Zu süß die Verführung. Ihrem Onkel geht es da nicht anders. „Ich esse jeden Tag Schokolade, seit 50 Jahren“, schmunzelt Gerhard Helgert. Weihnachtsmänner sind in der Adventszeit aber nicht mehr zu verkosten. Schließlich läuft schon wieder die Produktion der Osterhasen.

Weihnachts-Schokolade der Markte tegut…

Zum Dahinschmelzen sind die Weihnachtsmänner und Schokolollies unserer Marke tegut… vom Feinsten aus Vollmilch-, Zartbitterund weißer Schokolade. Das Besondere: Die Schokolade wird in einer Figur verarbeitet. Das UTZ- bzw. Rainforest- Alliance- Siegel steht für nachhaltigen Kakaoanbau und garantiert Sozialstandards für Bauern und Arbeiter.

Klicken Sie sich durch unsere Bildergalerie und werfen Sie einen Blick hinter die Kulissen der Confiserie Helgert

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Von Kerstin Smirr

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