22. Juni 2020 Category Icon

Verzicht in der Corona-Krise

Darauf hätten wir verzichten können

Die Corona-Krise hat uns vor allem dazu gezwungen, zu verzichten und zwar auf vieles, was vorher selbstverständlich war. Aber vielleicht bringt sie ja auch Positives mit sich.

Umarmen ist gefährlich, seine Eltern nicht besuchen verantwortungsvoll und wer das Fitnessstudio meidet, achtet auf seine Gesundheit. Ja, dieses Jahr hat so ziemlich alles auf den Kopf gestellt. Und uns dabei vor allem eins abverlangt: Verzicht. Wir alle haben zum Schutz von allen auf vieles verzichtet: aufs Essengehen, auf Reisen, auf Konzerte, aber auch auf ganz viel Nähe: auf den Kontakt zu Freunden, auf den Besuch der Familie.

Der gute Verzicht.

Auch wenn das erstmal merkwürdig klingt, finden wir, dieser Verzicht hat auch eine gute Seite. Denn erst wenn wir verzichten, merken wir, was uns fehlt – und was nicht. Wen wir vermissen und warum. Darüber hinaus gibt es jemanden, dem unser Verzicht ganz gut getan hat: die Umwelt. Luft, Wasser und Tieren geht es besser. Und noch etwas ist gewachsen: die Menschlichkeit. Viele helfen sich in der Krise gegenseitig und haben ein Auge aufeinander – zum Beispiel auf den älteren Nachbarn. Keine Frage: Wir alle wünschen uns lieber heute als morgen unser altes Leben zurück. Aber doch eine Frage: Ist es möglich, das Positive aus diesem Jahr mitzunehmen?

Was bleibt?

Wie wäre das, wenn wir auch in Zukunft weniger fliegen und jene, die uns wichtig sind, mehr besuchen? Weiterhin auf andere achten und helfen? Uns bewusst werden, was wir wirklich brauchen, und häufiger mal das Fahrrad nehmen? Die Verkehrswende in Angriff nehmen und Naturschutz zur Priorität machen? Glauben Sie nicht dran?
Hätten Sie vor einem halben Jahr geglaubt, dass Umarmen gefährlich wird, die Eltern nicht besuchen verantwortungsvoll und das Meiden des Fitnessstudios gesund? Eben. Lassen Sie uns deshalb gemeinsam das Gute versuchen, positiv nach vorn schauen und auf nur eines nicht verzichten: den Glauben, dass wir es auch schaffen.

Von Dirk Henkelmann