8. Juli 2019 Category Icon

Einkaufszettelpoesie Nr. 5

Einkaufszettel sagen einiges über Menschen aus, über das Gelingen einer Feier oder das eiskalt kalkulierte Gegenteil.

Haben Sie schon mal eine Party für Leute geschmissen, die Sie eigentlich gar nicht so sehr auf einer Party haben wollten? Also für Leute, die Sie nicht sooo sehr mögen? Zugegeben, ein Drahtseilakt, an dem so manche Akrobaten des guten Benehmens schmerzhaft gescheitert sind. Denn die gesellschaftlichen Pflichten in unserer zivilisierten Gesellschaft sind komplex, kompliziert und noch so einiges mehr, was aber leider nicht mit „kom“ anfängt.

Gefunden in der tegut… Filiale Am Emaillierwerk 1 in Fulda

Also, hier zumindest ist ein wunderbarer Plan, wie ein solches Unterfangen gelingen könnte. Laden Sie die Nachbarn, andere Eltern aus dem Kindergarten oder die Kollegen ein, die Sie danach vom Hals haben wollen, und bereiten Sie den Abend wie oben geschildert vor. Auf der Getränkekarte stehen Mandelmilch, Kakaogetränke, Multisaft und für besonders verwegene Gäste Cola (!).

Auf der Speisekarte stehen neben bohnenlastigem (Sie wissen, was passiert) Reissalat aus 2 x 5 Tomaten, 1 Avocado, 5 Lauchzwiebeln, 500 g Rucola, Kreuzkümmel, Zitrone und 1 Lauch (Jugendsprache speist sich wohl aus Einkaufszetteln) auch Brot & Brötchen, vegane Butter, Schokoaufstrich und als Highlight Sojafleisch. BÄM, fertig ist ein legendärer Abend, den die Gäste niemals vergessen werden. Und Sie danach in Ruhe lassen.

Sollte allerdings die Gästeschar aus radikalen vegan-ideologischen Ernährungsdogmatikern bestehen, verstecken Sie schnell die Pappteller und sagen Sie, Daniel hätte die Gläser vergessen. So können Sie die Party verschieben und hoffen, dass der Marktplatz Ihnen einen Plan B serviert. Oder Daniel.

Hier finden Sie noch mehr Einkaufszettelpoesie.

Von Dirk Henkelmann

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