7. Mai 2019 Category Icon

Einkaufszettelpoesie Nr. 4

Einkaufszettel sagen einiges über Menschen und über ihre sprachliche Kreativität …

Ein Gerücht besagt, dass Twitter nur deshalb in Deutschland nicht so populär ist, weil in den anfänglich 140 Zeichen ja nur zwei bis drei deutsche Wörter Platz fanden. So kurz könnten sich nur Menschen mit Schweigepflicht halten. Wie gesagt, ein Gerücht. Eine weitere wilde Behauptung besteht im Bezug auf unsere Sprache darin, dass sie ob dieser langen, schweren Wörter mies bis gar nicht zu erlernen wäre. Schlicht zu kompliziert. Ich nenne diese Kritiker: Fauleausredenvorsichherschieber.

Unsere Sprache ist ein wunderbares Kunstwerk.

Unsere Sprache ist ein wunderbares Kunstwerk. Und selbst Einkaufszettel sind eine Mischung aus Poesie und Konzeptkunst.

Gefunden in der tegut… Filiale in Fulda, Am Emaillierwerk 1

Ein echtes Meisterwerk haben wir hier: Verbinden Sie die Produkte der linken und rechten Spalte zu einem Wort: Beerentomaten, Käsejoghurt, Milchparmesan, Melonentrauben. Solche Wörter gibt es nirgendwo. Und solche Produkte auch eher selten. Außer vielleicht Süßeskatzenfutter, das gibt es bestimmt in Asien, die haben die verrücktesten Dinge. Noch schöner wird es, wenn Sie Apfelkäsemilchnudeln mit Bananenorangenparmesan und Traubentomatenbrot daraus zaubern.

So was gibt es in keiner noch so hippen Sterneküche in Frankreich. Nur in der deutschen Sprache. Oder was halten Sie von Melonenparmesantraubensuppennudeln? Wer die deutsche Sprache nun immer noch schwer verdaulich und scheixxe findet, dem ist nicht zu helfen. Außer mit dem Zusammenfügen der letzten beiden Wörter auf dem Zettel.

Hier finden Sie noch mehr Einkaufszettelpoesie.

Von Dirk Henkelmann

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.