11. November 2019 Category Icon

Ehrenamtliche Arbeit

Handeln macht glücklich

Von Christian Sobiella

Ehrenamtliche Helfer sind der Kitt der Gesellschaft. Untersuchungen zeigen: Sie profitieren auch selbst von ihrem Engagement.

Ehrenamtliche Arbeit
Foto: Shutterstock

Sarah, 21, sammelt mit anderen auf Musikfestivals oder Konzerten Pfandbecher ein. Mit dem Erlös unterstützen sie einen Verein, der Trinkwasserbrunnen in Afrika baut. Hans, 67, war Mittelstürmer in sei­nem Fußballclub. Heute trainiert er ehrenamtlich die C-Jugend. Charlotte, 40, kümmert sich seit zwei Jahren um zwei minderjährige Flüchtlinge. Die beiden gehören längst zur Familie und passen auch mal auf Charlottes Kinder auf. Es sind nur drei Beispiele von vielen: Rund 31 Millionen Menschen engagieren sich in Deutschland ehrenamtlich.

„Der Mensch ist auf Ko­operation angelegt“, sagt der Philosoph Richard David Precht.

Und dieser letzten Freiwilligen-Umfrage von 2014 zufolge steigt die Bereitschaft, sich in die Gesellschaft einzubringen. Ob als Mitglied im Elternverein an der Schule, bei der Freiwilligen Feuerwehr, in der Altenpflege oder im Tierschutz – selten geht es dabei um Selbstverwirklichung, meist ist der Wunsch nach Freundschaft und Kameradschaft die Antriebskraft. „Von Natur aus sind wir eher auf Kooperation als auf Konfrontation angelegt“, sagt der Philosoph Richard David Precht. Soziologen oder Psychologen sprechen von Altruismus, wenn wir uneigennützig helfen, eine durch „Selbstlosigkeit geprägte, mit Rücksicht auf andere gekennzeichnete Denk- und Handlungsweise“. Altruismus ist aber nicht nur eine moralisch schöne Sache: Wissenschaftler haben herausgefunden, dass es ein wesentlicher Überlebensvorteil der Menschen ist, wenn sie sich hilfsbereit und selbstlos
verhalten. Als soziale Wesen wollen wir gut mitein­ander auskommen. So kann eine Solidargemeinschaft entstehen, in der alle voneinander profitieren.

Altruistische Taten wirken wie Schokolade

Freiwilligenarbeit nützt neben der Arterhaltung auch der eigenen Gesundheit. Untersuchungen belegen, dass engagierte Menschen zufriedener und glücklicher sind und seltener depressiv. Arbeitspsychologen der Universität Konstanz konnten belegen, dass Engagement beruflichen Stress abfedert. Altruistische Taten aktivieren im Körper dieselben Bio-Schaltkreise wie eine Tafel Schokolade. Wer sich und anderen Gutes tun möchte, aber nicht genau weiß, was zu ihm passt: Auf einigen Internet­seiten – zum Beispiel unter aktion-mensch.de – gibt es Fragebögen mit verschiedenen Antworten zum Anklicken. Das Ergebnis zeigt, welches Ehrenamt zu einem passen könnte. Man muss ja nicht gleich einen Großteil seines Lebens der guten Tat widmen.

Am 5. Dezember ist Tag des Ehrenamts

Jedes Jahr werden am 5. Dezember, dem Tag des Ehrenamts, herausragende Beispiele sozialen Engagements vom Bundespräsidenten mit dem Verdienstorden ausgezeichnet. Im Vorjahr war das unter anderem eine Frau aus dem Saarland, die sich seit Jahrzehnten für Kinder aus sozial benachteiligten Familien aus ihrer Region engagiert. Oder eine Kreisfeuerwehrärztin aus Cloppenburg in Niedersachsen, die schon als Jugendliche der Freiwilligen Feuerwehr beitrat und heute die Kollegen über Schutzmaßnahmen bei Einsätzen berät. Und nicht zuletzt wurde ein Sänger aus Münster geehrt, der sich neben vielfältigen anderen Engagements auch für bessere Bildungschancen von Jugendlichen einsetzt. Sein Name: Roland Kaiser.

Engagement bei tegut…

Soziale und ökologische Verantwortung gehören zu den Werten von tegut… Mehrfach wurde tegut… für sein nachhaltiges Engagement entlang der gesamten Lieferkette ausgezeichnet – von der Rohstoffgewinnung über die Produktionund den Transport bis hin zur Entsorgung.