8. Juli 2019 Category Icon

Grosse Scheren, kleine Schritte

Es ist eines der großen ungelösten Rätsel der Menschheit: diese riesigen Scheren, mit denen bei feierlichen Eröffnungen ein meist rotes Band zerschnitten wird. Was soll das? Wo kann man die kaufen? Werden sie von Riesen geschliffen? Gibt es die auch für Linkshänder?
Nur ein einziges Rätsel ist noch ein wenig größer: Wie eröffnet man überhaupt einen Supermarkt? Oder besser: einen tegut… Markt?

Haben Sie ein paar Jahre?

Zunächst planen wir, wo wir neue Märkte eröffnen wollen. Dabei spielen verschiedene Faktoren eine Rolle: Wohnen dort viele Menschen, die gerne gute Lebensmittel kaufen? Ist der Markt für sie gut erreichbar? Liegt der Ort logistisch in unserem Liefergebiet? Wenn
alle Fragen mit „Ja“ beantwortet werden können, müssen wir zum Bürgermeister und zum zuständigen Regierungspräsidium. Denn die entscheiden, ob ein neuer Supermarkt gebaut werden darf oder ob da nicht etwas anderes entstehen soll – zum Beispiel eine Fabrik, die übertrieben große Scheren produziert. Dass wir uns dabei auch immer mit der Konkurrenz prügeln müssen (meist im übertragenen Sinn), versteht sich von selbst. Bis man dann endlich die Baugenehmigung hat, vergehen 3–5 Jahre.

Auf die Regale, fertig, los!

Jetzt geht’s ganz schnell: In 9–12 Monaten ist der neue Markt gebaut. Nach 4 Wochen komplett möbliert und eingeräumt. Und endlich nach insgesamt 6 Jahren eröffnet. Doch auch dann machen wir noch weiter, um unsere Kunden bestmöglich zu versorgen. Zum Beispiel suchen wir zuverlässige Partner in der Umgebung, die das Startsortiment
des Marktes um gute regionale Lebensmittel erweitern. Und nebenbei planen wir schon
den nächsten Markt. Wer hat da noch Zeit, herauszufinden, wo man Scheren in Übergröße kaufen kann? Eben.

Lesen Sie noch mehr Gedanken eines Supermarktes.

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