22. März 2020 Category Icon

Interview mit einer dicken Bohne

Ein Gespräch mit einer dicken Bohne über Säue, Topmodels und Speck.

Bohne, Rezept Bohnensalat
Foto: Shutterstock

Marktplatz: Guten Tag, ich weiß gar nicht, wie ich Sie ansprechen soll.
Dicke Bohne: Haha! Ja, ich weiß, ich hab sehr viele Namen, und keiner klingt wirklich schmeichelhaft: dicke Bohne, Saubohne, Viehbohne, Puffbohne. Suchen Sie sich einen aus, mich stört das nicht die Bohne.

Marktplatz: Also, wirklich dick sind Sie ja gar nicht …
Dicke Bohne: Ich bin auch keine Sau. Aber der Name kommt daher, dass ich oft als Tierfutter verwendet werde.

Marktplatz: Ist das nicht Perlen vor die Säue werfen?
Dicke Bohne: Ich finde, ja. Früher haben mich die Leute auch noch gern gegessen, aber dann kamen mal wieder die Amis und haben so ein Hollywoodtopmodel mitgebracht, diese dünne, lange Gartenbohne, und auf einmal war ich nur noch gut genug für den Schweinetrog.

Marktplatz: Wann war das?
Dicke Bohne: So im 17. Jahrhundert. Da hatte ich schon ein paar tausend Jahre auf dem Buckel – auch wieder typisch für unsere oberflächliche Gesellschaft – Altersdiskriminierung!

Marktplatz: Aber Sie erleben ja gerade wieder ein Comeback – oft findet man Sie in trendigen Bowls, und sogar Sterneköche ziehen Sie der Gartenbohne vor.
Dicke Bohne: Das stimmt, so langsam kommen alle wieder zur Vernunft. Aber wen wundert’s? Ich sehe mit meiner knallgrünen Farbe auf jedem Teller super aus, ich schmecke hervorragend und bin auch noch nahrhaft: bis zu 11 g Eiweiß, viele Ballaststoffe und rund 70 Kalorien pro 100 Gramm. Von wegen dick!

Marktplatz: Am besten kennt man Sie aus dem Gericht Dicke Bohnen mit Speck.
Dicke Bohne: Ja, das isst man in Westfalen und dem Rheinland sehr gern. Aber es gibt so viele tolle andere Möglichkeiten: im Eintopf, mit Pasta, als Salat und natürlich als Gemüsebeilage zu jedem Fleisch.

Marktplatz: Tipps für die Zubereitung?
Dicke Bohne: Niemals roh, sondern nur gekocht. Im rohen Zustand kann ich für einige Menschen giftig sein. Und man muss mich nicht nur aus der Schote, sondern auch aus meiner Haut pulen, denn nur die Kerne sind genießbar. Deshalb muss man beim Einkauf auch ein bisschen rechnen: 2 Kilo ergeben nach der Pulerei nur etwa 800 g Kerne. Von wegen dick! Ich bin einfach nur dick angezogen.

Marktplatz: Ein dickes Dankeschön für das Gespräch!
Dicke Bohne: Haha! Gern geschehen.

Weisser Bohnensalat

Zutaten für ca. 4 Portionen – perfekt für unterwegs, ganz einfach

  • 800 g weiße Bohnen (Dose)
  • 1 rote Zwiebel
  • 1 Bund glatte Petersilie
  • ½ Glas gegrillte Paprika (im Sud)
  • 100 g Feta
  • 2 El Weißweinessig
  • 1 Tl Honig
  • 1 El Paprikamark
  • Salz
  • Pfeffer (aus der Mühle)
  • 2 Tl Kreuzkümmel (gemahlen)
  • ½ Fladenbrot
  1. Bohnen abtropfen lassen, Zwiebel abziehen, halbieren, in feine Streifen schneiden. Petersilie waschen, putzen, trocken schütteln, fein hacken. Paprika abtropfen lassen, Öl dabei auffangen.
  2. Feta grob zerteilen, beiseitestellen. Bohnen mit Zwiebel, der Hälfte der Petersilie, grob gehackter Paprika vermengen. 3 El aufgefangenes Paprikaöl mit Weißweinessig, Honig, Paprikamark, 1 El Wasser verrühren und mit Salz, Pfeffer, Kreuzkümmel würzig abschmecken.
  3. Dressing über den Bohnensalat geben, gut vermengen. Salat in vier Gläser (Twist-off- oder Gläser mit Bügelverschluss) füllen, Feta und restliche Petersilie darüberstreuen, Gläser zum Mitnehmen verschließen. Fladenbrot dazureichen.

Zubereitungszeit: ca. 20 Min.

Von Dirk Henkelmann

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