11. November 2019 Category Icon

Alles über Pastinaken

Interview mit einer Pastinake

Diese Rübe ist helle: ein Gespräch über Sterneköche, Elvis und Winterschlaf.

Pastinake
Foto: Shutterstock

Marktplatz: Eine Verwandte von Ihnen, eine Rodelika-Möhre, erzählte mir mal, Sie würden Kartoffeln für Emporkömmlinge halten?
Pastinake: Ich bitte Sie. Ich habe nichts gegen diese mehligen, schrumpeligen Knollen.

Marktplatz: Immerhin verdrängte die Ausbreitung der aus Südamerika gekommenen Kartoffel Sie Mitte des 18. Jahrhunderts vom Olymp der Grundnahrungsmittel, auf dem Sie seit dem Altertum wohnten.
Pastinake: Ach was. Bei mir geht es nicht um Quantität, sondern um Qualität. Von leicht antibakteriell wirkenden ätherischen Ölen über Vitamine und Mineralstoffe bis hin zu vielen Kohlenhydraten hab ich alles. Dazu der würzige, leicht süße und nussige Geschmack. Die Sterneküche liebt mich!

Marktplatz: Das stimmt. Sie feiern ja ein Comeback, variantenreich als Eintopf, Suppe, Auflauf, Gratin, Püree und sogar als „Fritten“. Von der Hausmannskost bis zur Sterneküche bringen Sie Ihre Vielseitigkeit auf den Teller.
Pastinake: Ein Kollege von Ihnen, mit dem ICH mich letztens unterhielt, bezeichnete mich als Elvis unter den Gemüsen – der lebt ja auch ewig (kichert).

Marktplatz: Im 14. Jahrhundert nannte man Sie Pestnacke, weil Ihr Saft als Pest-Heilmittel galt.
Pastinake: Das stimmt. Ich helfe ja, wo ich kann. Aber ich mag die Bezeichnungen Pasterna oder Blasternak lieber. Ebenso Germanenwurzel, das erinnert mich an meinen Mentor, Karl den Großen, der sich stark für meine Verbreitung einsetzte. Ein feiner Mann. Vom Klang her höre ich aber am liebsten Pastinake.

Marktplatz: Kommen wir zur Lagerung, wie wohnen Sie gern?
Pastinake: Kühl, also im Kühlschrank, Keller oder im Winterboden. Ich halte mich über Monate, wenn es nicht zu warm oder nass wird. Da ich ein Wintergemüse bin, kann man mich ruhig erst kurz vor der Zubereitung aus dem Winterschlaf holen.

Marktplatz: Noch ein paar Tipps für uns?
Pastinake: Klar: Noch klein schmecke ich am besten, dann bin ich schön zart. Immer mit Handschuhen ernten: Meine Blätter – aber nur die – können unschöne Hautirritationen hervorrufen. Und hören Sie mal wieder Elvis (summt lächelnd).

Pastinaken-Püree mit Walnussöl

Pastinaken Püree
Foto: Shutterstock

Zutaten für ca. 2 Portionen

  • 500 g Pastinaken
  • Salz
  • 3–4 El Walnussöl
  • Muskatnuss
  • Pfeffer (aus der Mühle)
  1. Pastinaken schälen, halbieren, eventuell harten Innenteil entfernen. Pastinaken grob zerkleinern, in wenig Salzwasser ca. 20 Min. weich kochen.
  2. Dann abgießen und mit einem Kartoffelstampfer fein zerstoßen oder im Mixer pürieren, dabei Walnussöl und eine großzügige Prise frisch geriebene Muskatnuss untermengen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Zubereitungszeit ca. 10 Min.
Garzeit ca. 20 Min.

Unser Tipp: Püree mit grob gehackter Petersilie servieren.

Von Dirk Henkelmann

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