5. August 2020 Category Icon

Intuitives Essen: Die 10 wichtigsten Fragen und Antworten

Einfach auf den Bauch hören

10 wichtige Fragen und Antworten zum intuitiven Essen.

Intuitives Essen
Foto: AdobeStock

Essen ist heute zunehmend Kopfsache. Was wissen wir nicht alles über Nährwerte, Inhaltsstoffe, Kohlenhydrate und Eiweiß? Doch es gibt eine Alternative zum Lebensmittelabwiegen und Kalorienzählen: intuitives Essen. Wie das funktioniert? Einfach auf das Bauchgefühl hören. Also das genaue Gegenteil aller Diäten. Doch was so einfach klingt, will erst einmal gelernt sein

  1. WOHER KOMMT DIE IDEE?
    Das Konzept wurde 1995 von den amerikanischen Ernährungstherapeutinnen Evelyn Tribole und Elyse Resch in dem Buch „Intuitive Eating“ vorgestellt. Im Vordergrund steht die Verbindung zwischen Körper und Geist: „Intuitive Esser richten sich nach ihren Hungersignalen und essen, ohne sich schuldig zu fühlen. Der intuitive Esser ist ein nicht von außen beeinflusster Esser.“
  2. KANN ICH WIRKLICH ESSEN; WORAUF ICH LUST HABE?
    Ja. Es gibt keine Ernährungspläne, und Verbote sind verboten. Man isst, wenn man hungrig ist, und hört auf, wenn man satt ist. Allerdings gibt es eine Reihe von Tipps: Im Sitzen in einer ruhigen Umgebung essen! Also nicht am Arbeitsplatz oder im Auto. Auf Ablenkung beim Essen verzichten! Also nicht gleich­zeitig aufs Handy, den Computer oder den Fernse­her schauen. Nach dem Motto: Iss bewusst mit Freude, Genuss und Lust!
  3. IST INTUITIVES ESSEN GESUND?
    Anhänger der Methode berichten, dass der Körper nach einer Umstellungsphase immer mehr nach gesunden Lebensmitteln verlange. In der Anfangsphase der neuen Essfreiheit könne es passieren, dass man häufiger zu Fast Food und Snacks greife, doch der Appetit auf Ungesundes lasse mit der Zeit nach.
  4. NIMMT MAN AB, WENN MAN ISST, WAS MAN WILL?
    Essen, was man will, und Abnehmen klingen zunächst wie ein Widerspruch. Doch das Konzept des intuitiven Essens sieht vor, dass „Verbotenes“ wie Schokolade oder Chips zunehmend seinen Reiz verliert, wenn es nicht mehr verboten ist. Demzufolge soll sich das Essverhalten und damit auch das Körpergewicht mit der Schulung der Sinne auf ein gesundes Maß einpendeln. Allerdings gilt auch hier: Wer Gewicht verlieren will, muss weniger Kalorien zu sich nehmen, als der Körper verbraucht.
  5. WORAUF MUSS ICH ACHTEN?
    Eine der zentralen Vorausset­zungen lautet: Löse das Essen von Emotionen! Es soll weder als Belohnung dienen noch zum Stress- oder Frustabbau. Es ist sinnvoll, auf Fertigprodukte zu verzichten, da diese oft Fett, Salz und Zucker in Mengen enthalten, die das natürliche Geschmacksempfinden manipulieren. Und: Man muss das Vertrauen in die körperlichen Signale erst wieder neu lernen, damit Hunger nicht mit Appetit verwechselt wird. Als bestes Beispiel werden Säuglinge genannt, die schreien, wenn sie Hunger haben, und zu trinken aufhören, wenn sie satt sind. Das ist angeboren – doch wir haben verlernt, auf unseren Körper zu hören. Wichtig ist es deshalb, in sich hineinzu­horchen, ob und worauf man gerade Hunger hat.

    Vielseitige Lebensmittel
    Erlaubt ist, wonach der Körper verlangt – und mit der Zeit ist das automatisch eher gesunde und vielseitige Kost | Foto: Shutterstock
  6. IST DIE METHODE WISSENSCHAFTLICH UNTERSUCHT?
    Schweizer Forscher prüften, ob sich mit intuitiver Ernährung ähnliche Abnehmerfolge erzielen lassen wie mit klassischen Diäten. Für die Untersuchung (veröffentlicht im Fachmagazin „Wiley Online Library“) analysierten sie 10 Studien zu intuitiver Ernährung. Das Resultat: Probanden, die intuitiv aßen, reduzierten ihr Gewicht ebenso wie Teilnehmer klassischer Diätprogramme. Intuitives Essen kann also zur Gewichtskontrolle beitragen.
  7. WARUM FÄLLT UNS INTUITIVES ESSEN SO SCHWER?
    Essen findet bei vielen Menschen mittlerweile zu sehr im Kopf statt. Das soll heißen: Es gibt zu viele Ess- und Diätregeln, die wir über den Genuss stellen – Low Carb, No Carb, High Protein, kein Fett, nur ungesättigte Fettsäuren, keinen Zucker, kein Gluten … Um im Alltag nicht immer wieder in alte Essroutinen zurückzufallen, braucht es Übung.
  8. UND WAS IST MIT SPORT?
    Zu jeder vernünftigen Ernährung gehört auch ausreichende Bewegung. Das ist beim intuitiven Essen nicht anders. Sport kann ausgleichend wirken oder vom Appetit auf Snacks ablenken. Außerdem helfen Fitnesseinheiten oder Joggen unter freiem Himmel, das Körperbewusstsein zu verbessern.
  9. WIE ZUFRIEDEN MACHT INTUITIVES ESSEN?
    Wer jemals Diäten ausprobiert hat, weiß, wie wichtig diese Frage ist. Denn nur, wer zufrieden is(s)t, wird auch dauerhaft bei dieser Methode bleiben. Nimmt man Nahrung nur zu sich, um satt zu werden, kann das zu Frust führen. Deshalb: Intuitiv essen heißt immer auch, mit Genuss zu essen. Jeder sollte in sich hineinhorchen, um herauszufinden, welche Gerichte ihn wirklich zufrieden machen.
  10. EIGNET SICH INTUITIVES ESSEN FÜR JEDERMANN?
    Im Prinzip schon. Wer allerdings von Essstörungen oder chronischen Gewichtsproblemen betroffen ist, sollte Ernährungsumstellungen mit einem Arzt besprechen.

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