11. August 2019 Category Icon

Wie leitet man eine Filiale, Frau Möller?

tegut… Filialleiterin Ingrid Möller über Inklusion, Kommunikation und verschiedene Tanten.

tegut... Mitarbeiterin Ingrid Möller
Ingrid Möller erkannte die Chance, ihren Beruf mit neuem Sinn zu erfüllen. | Foto:

Wenn schon „Lädchen für alles“ dransteht, an der kleinen tegut… Filiale im nordhessischen Eschwege, dann denkt jeder: Ein Tante-Emma-Laden, schön, dass es das noch gibt. Doch Filialleiterin Ingrid Möller, 49, bietet viel mehr. Sie bringt Menschen mit Behinderung in den ersten Arbeitsmarkt.

Ingrid Möller: „Das erfordert viel Geduld.“ Die hat sie. Und Herz und Seele dazu. Die Filiale, für die tegut… das Sortiment liefert, wird von der Stellenwert GmbH betrieben, einer Organisation, die sich u. a. auch um die Inklusion von Behinderten kümmert. 2011 wurde das Lädchen eröffnet, „das ist auch mein Baby“. Sieben Schwerbehinderte arbeiten mit ihr und ihrer Stellvertreterin zusammen, Menschen mit körperlichen oder seelischen Leiden, „ein tolles Team, alle sind von Anfang an dabei“.

Ihr „Schlüsselerlebnis“ hatte Ingrid Möller nach einer Bewerbung bei der Organisation, die mehrere Lebensmittelgeschäfte führt. Die Begegnung mit Behinderten in einer Stellenwert-Werkstatt war ihr erst „total fremd“, dann aber erkannte die Einzelhandelskauffrau die Chance, ihren Beruf mit neuem Sinn zu erfüllen, mit sozialer Arbeit zu verbinden: „Das war für mich der richtige Weg.“

Von Ingrid Möllers Fürsorge und Fürsorglichkeit profitieren auch die Kunden, meist ältere Menschen. Das Sortiment wird angepasst, mit regionalen Produkten vom Reispudding im Glas bis zur selbst gezapften Lotta Landmilch ergänzt. „Die Älteren finden sich hier besser zurecht,“ sagt sie, „wir haben halt nicht so den Supermarktcharakter.“

Die Älteren finden sich hier besser zurecht

Mit vielen Stammkunden ist man per Du, zum gelegentlichen Plausch lädt ein Tischchen links neben dem Eingang. Und im Sommer „sitzen wir draußen, wir sind da eine Art Kommunikationszentrale“. Da ist sie dann doch wieder. Die Tante Emma, die in Eschwege Ingrid heißt.

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Von Uly Foerster

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