19. Oktober 2021 Category Icon

Nachhaltigkeit – längst mehr als ein Trend

Danke dafür

Nachhaltigkeit ist mehr als ein Trend. Sie wird gelebt. Messbar. Spürbar. Wunderbar! Zeit, ein Dankeschön an alle loszuwerden, die dazu beitragen, mit unserer Welt ein bisschen achtsamer umzugehen und damit viel Gutes bewirken.

Nachhaltigkeit
Gut fürs Klima und die Gesundheit: Immer mehr Kundinnen und Kunden wollen wissen, wo ihre Lebensmittel herkommen. Die Umsätze mit ökologisch produzierten Lebensmitteln steigen rasant | Foto: Shutterstock

Nachhaltigkeit hat hohe Priorität

Wie ein Textbaustein gehört der Begriff in jede Rede über die Zukunft: Nachhaltigkeit. In Medien, Politik, Handel und vor allem in unser aller Bewusstsein ist sie auf der Prio-Liste ganz nach oben gerutscht. Klar ist: Wenn alle mitmachen, können wir eine Menge erreichen, viele kleine Schritte ergeben eine große Bewegung. Stand der Dinge: Gut 60 Prozent aller Deutschen geben an, dass Nachhaltigkeitsaspekte ihre Ess- und Einkaufsgewohnheiten beeinflussen. Das Consumer-Barometer des Kölner Marktforschungsinstitutes IFH aus dem Jahr 2020 kommt zu dem Ergebnis, dass zwei Drittel der Befragten bereit sind, einen höheren Preis für nachhaltige Produkte zu akzeptieren. Die Mehrzahl davon übrigens Frauen. Wobei auch Männer immer mehr Bereitschaft signalisieren, für die gute Sache ein bisschen mehr auszugeben.

Die Rahmenbedingungen liefert die Regierung, die das Nationale Programm für nachhaltigen Konsum aus dem Jahr 2016 im Mai noch einmal um Maßnahmen und Förderungen erweiterte. Unabhängig von Gesetzen und Programmen gibt es aber eine Stellschraube, die schnell und effektiv arbeitet und sich ausschließlich im Kollektiv drehen lässt: die Nachfrage. Und die hat in den letzten Jahren schon einige Veränderungen bewirkt.

„Wenn an vielen kleinen Orten viele kleine Menschen viele kleine Dinge tun, wird sich das Angesicht unserer Erde verändern.“ Afrikanisches Sprichwort

Kann man Nachhaltigkeit lernen?

Wir können inzwischen nachhaltig surfen, shoppen, essen, trinken, von A nach B kommen, Urlaub machen. Kurz: Nachhaltigkeit geht analog und digital. Zum Beispiel mit der Suchmaschine Ecosia – jede Suchanfrage neutralisiert ein Kilo CO2, indem Bäume gepflanzt werden. Als User wird man über diesen Nachhaltigkeitspionier im Netz zum Aufforster – in Summe haben so bereits über 133 Millionen Bäume in unterschiedlichen Teilen der Erde Wurzeln geschlagen. Das Berliner Social Business, gegründet 2009, belegt aktuell Platz 8 der weltweit meistgenutzten Suchmaschinen und wächst so rasant wie die Projekte, die es unterstützt. Nachhaltig inspirierend ist auch der neueste Fashiontrend: Secondhand. Zweitnutzen ist angesagt – vor allem Millennials und die Generation Z shoppen immer öfter gebraucht. Warum?


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Secondhand könnte Fast Fashion bis 2028 überholen

Jugendforscher Simon Schnetzer bringt es in einem SAT.1-Beitrag auf den Punkt: „Es ist eine Win-Win-Situation. Vintage-Klamotten kann ich mir quasi ,neu‘ kaufen, muss aber nicht so viel dafür ausgeben … und es ist besser für die Umwelt!“ Prognose: Das Wachstum hält an, bis 2028 könnte Secondhand Fast Fashion überholen.

Second Hand Shoppen
Secondhandmode spart Ressourcen und macht Sinn – wenn man nicht gleich wieder Massen konsumiert und auf Material und Herkunft achtet | Foto: iStock

Und dann sind da noch die vielen anderen Bereiche, in denen das Umdenken sichtbar wird: beim Coffee to go zum Beispiel. Verpackung und Deckel aus kompostierbarer Pappe. Oder gleich im Mehrwegbecher. Das Münchner Startup Recup unterhält inzwischen über 8000 Rückgabestellen im ganzen Land. Durchstarten zeichnet sich auch beim Zweirad ab: Im Sommer 2020 waren allein in Berlin im Vergleich zum Vorjahr 26 Prozent mehr Radfahrer auf den Straßen. Über 3 Millionen Fahrräder und E-Bikes wurden im ersten Halbjahr 2020 in Deutschland verkauft.

tegut… Ladestationen für E-Bikes

Weil auch immer häufiger Einkäufe mit dem Rad erledigt werden, installiert tegut… vor vielen Märkten Ladestationen und versorgt gratis mit Energie für den Heimweg. Kann man Nachhaltigkeit lernen? Klar, kann man. Es gibt reichlich Angebote, Kurse, Vorträge, Workshops für alle Altersklassen. Online oder live wird sensibilisiert und informiert. Der Verein für Nachhaltigkeit e. V. mit Sitz in Freising bei München bietet beispielweise einen Videokurs, in dem es um nachhaltige Ernährung sowie die Zusammenhänge zu Themen wie Klimawandel, Welthunger und Wassermangel geht.

Praktische Tipps inklusive. „Was bedeutet beispielsweise der hohe Fleischverzehr für die Umwelt, die
Welternährung und die eigene Gesundheit? Mit solchen Fragen haben wir uns beschäftigt“, sagt Dr. Karl von Koerber aus der Arbeitsgruppe nachhaltige Ernährung. Daraus ist eine sehenswerte Reihe informativer Beiträge geworden, auf YouTube für alle frei zugänglich.

Im Trend: Bio, regional, weniger Verpackung

In Sachen „bewusst Einkaufen“ liegen tegut… Kunden weit vorne. Und spornen so wiederum tegut… an, innovative Ideen im Sinne der Nachhaltigkeit zu entwickeln. Der Anteil an Bio-Produkten liegt inzwischen bei 3800, die Auswahl an regionalen Angeboten, aktuell bereits über 2000, und gentechnikfreien Artikeln wächst ebenfalls. Genau wie die Anzahl der Kundinnen und Kunden, die mit ihrer Box an die Frischetheke kommen, um Wurst und Käse nicht in, sondern ohne Folie mitzunehmen.

Nachhaltig und regional einkaufen
Verpackungen reduzieren: Einkäufe selbst abfüllen oder in Beuteln aus nachwachsenden Rohstoffen nach Hause transportieren | Foto: Stocksy

Unverpackt Stationen in 25 tegut… Märkten

Anderes Beispiel: die Unverpackt-Stationen, 2019 in Fulda eingeführt, heute in 25 tegut… Märkten etabliert. „Sie werden von allen Altersgruppen gerne genutzt“, sagt Daniel Henkel, bei tegut… verantwortlich für den Auf- und Ausbau der Stationen: „Ältere Kunden erinnern sich zurück an Zeiten des Tante-Emma-Ladens, junge Leute wollen ganz bewusst ihren Beitrag für Umwelt und Klima leisten und verzichten konsequent auf Verpackung.“

Das Sortiment umfasst bis zu 144 Artikel, zum Beispiel Reis, Nudeln, Hülsenfrüchte, Nüsse oder Cerealien. Sie können in eigenen Boxen und Gläsern oder kompostierbaren Papiertüten, die es vor Ort gibt, mitgenommen werden. Es ist geplant, das Angebot auf weitere Märkte auszudehnen.So lassen sich viele weitere Beispiele anführen. Alle funktionieren nach derselben Formel: Offenheit, Akzeptanz und der Wille zur Veränderung sind die wahren Treiber des gesellschaftlichen Wandels. Danke schön dafür!

Buch-Empfehlungen zum Thema Nachhaltigkeit

  • „Was ist wirklich nachhaltig?“ Georgina Wilson- Powell hat mehr als 140 Tipps zu mehr Klimafreundlichkeit im Alltag, Dorling Kindersley Verlag, 244 S.
  • „Klimaschutz fängt auf dem Teller an“. Das CO2-Sparbuch von Sophia Fahrland für eine klimafreundliche Ernährung, Komplett-Media, 176 S.
Von Susanne Berndl

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