23. Januar 2019 Category Icon

Neues von der Milchstrasse

Von Uly Forster

Wie aus dem Zusammenschluss von 300 Milchbauern im Hohenloher Land eine internationale Erfolgsgeschichte wurde.

So gut wie Fiona, geht es auch der Milch, die sie gibt. Die Produkte der Schrozberger Molkerei werden so natürlich wie möglich belassen, die Verarbeitungsverfahren sind besonders schonend. So bleiben die meisten Vitamine und Inhaltsstoffee | Foto: Evelyn Dragan

Alles glänzt und glitzert, funkelnde Oberflächen aus poliertem Edelstahl. Klar, dass Gunter Stirnkorb, Betriebsleiter in der Schrozberger Molkereigenossenschaft Hohenlohe-Franken, stolz ist, wenn er seine Milchstraße vorführt mit all den blanken Riesentanks, der Deckelwaschmaschine, den Zentrifugen, den Abfüllstationen für Joghurt-, Quark- und Milchsorten aller Art. Alles „eingehaust“, sagt Stirnkorb, nichts Anfälliges ist offen, alles abgeschirmt gegen Keime und Verunreinigung.

200 Betriebe gehören zur Genossenschaft

Foto: Evelyn Dragan

Milch ist nun mal ein besonderer Saft, und besonders sind auch die Kühe und Bauern, die für den Zustrom in die bis zu 20 Tonnen fassenden Tanks sorgen. 200 traditionell wirtschaftende Betriebe gehören der Genossenschaft an. Sie liefern die Hauptmenge des Grundstoffs, aus dem Kefir, Vollmilch, Schmand oder Sahne werden.

Und das, was dann bei tegut… als Eigenmarke aus Schrozberg in den Regalen steht, folgt speziellen Vorgaben. Was die Kühe fressen, erzeugen die Genossenschaftsbauern im nordwürttembergischen Hohenloher Land an der Grenze zu Franken weitgehend selbst, natürlich ist nichts gentechnisch verändert. Die Betriebe sind rund 70 Kilometer rund um Schrozberg angesiedelt, was ihnen bei tegut… das Prädikat „Regionalfenster“ einträgt. Und wer sich der Partnerschaft angeschlossen hat, kann nicht nur ein besonderes Saatgerät nutzen, das für saftige Wiesen mit hochwertigen Gräsern und Kräutern sorgt, sondern erhält auch noch mehr Cent pro Liter Milch.

Das macht Frischmilch aus

Den Milchbauern geht es nicht darum, auf immer billiger zu setzen. Deshalb ist auch die traditionelle Frischmilch etwas Besonderes. Sie wird extrem kurz und schonend auf nur 72 bis 75 Grad erhitzt, sodass Vitamine und Milchsäuerekulturen erhalten bleiben. Trotzdem kann der Endverbraucher auch diese Milch länger verzehren, weil alles steril und laborgeprüft hergestellt wird. Stirnkorb: „Wir produzieren in Schrozberg ausschließlich Ultrafrische.“ Seinen Milchbauern geht es nicht darum, „auf immer mehr und immer billiger zu setzen“, sagt Friedemann Vogt, der seit 18 Jahren die Geschäfte der Genossenschaft führt und seit 2002 die Partnerschaft mit tegut… pflegt. Er nennt das Motto: „Wir machen alles anders.“

Foto: Evelyn Dragan

Der Joghurt etwa säuert bis zu 18 statt wie üblich sechs Stunden und wird so besonders bekömmlich. Aromen kommen – so bestimmt es auch das tegut… Reinheitsversprechen – nicht in den Becher, sondern nur voll ausgereifte Früchte. Die Milch wird in Mehrweg-Glasflaschen gefüllt – „die natürlichste Verpackung, die es gibt“ (Vogt). Verpönt ist in Schrozberg die ESL-Milch, die eine extralange Verweildauer im Ladenregal („Extended Shelf Life“) verspricht. „Die wird bis knapp unter 130 Grad erhitzt, da kann in der Milch nichts überleben“, sagt Vogt verächtlich.

Alles anders eben. In solchen Prinzipien lässt sich der Betriebswirt und Milchtechnologe nicht beirren. Er ist „aus Leidenschaft stur“. So lautet der Slogan aus einer Werbekampagne, die den Schrozberger Milchbauern ein innovatives Image verschafft hat. Und sogar Weltruhm. Denn rund 100 weitere Genossenschaftsbauern wirtschaften ganzheitlich und biodynamisch nach der Kreislaufwirtschaft des Anthroposophen Rudolf Steiner, als „Demeter“ bekannt.

Fiona, die Demeter-Kuh

So gut wie Fiona geht es auch der Milch, die sie gibt. Die Produkte der Schrozberger Molkerei werden so natürlich wie möglich belassen, die Verarbeitungsverfahren sind besonders schonend. So bleiben die meisten Vitamine und Inhaltsstoffe | Foto: Evelyn Dragan

Fiona etwa kann jederzeit den Auslauf aus ihrer stets frisch eingestreuten Liegebucht nehmen. Wenn sie spazieren geht, bergan zu den Apfelbäumen, bleiben ihre Hufe dank einer Rampe sauber und trocken. Oben darf sie über die Wiese wandern, ein, zwei Kilometer bis fast zum Nachbarort. Fiona lebt in Vorbachzimmern, 426 Einwohner, genauer gesagt: im Stall von Susanne und Heiko Schmidt. Und sie ist, wie ihre Artgenossinnen Britta, Ronja, Lucy und die 40 anderen, eine Demeter-Kuh.

Heiko Schmidt, Bauer im Nebenerwerb und sonst Kfz-Mechaniker, ist damit groß geworden. Seine Eltern haben den Betrieb 1973 auf Demeter umgestellt. Er und seine Frau führen die Tradition fort. Sie bereiten ihr Getreide zu Futter auf. Sie säen, heuen, düngen. Und setzen ihre biodynamischen Präparate selbst an. So sollen sich auf den Äckern laut Demeter-Verband die „rhythmischen Lebensprozesse“, „die irdischen und kosmischen Kräfte“ entfalten. Trotz Mehraufwand und -kosten sagt Susanne Schmidt: „Es zahlt sich aus, Demeter treu geblieben zu sein.“

Friedmann Vogt
„Wir machen alles anders“, sagt Geschäftsführer Friedemann Vogt (links, Mitte) – zum Wohl der Tiere, die auch mal einen Spaziergang einlegen und natürlich für den guten Geschmack. So wurde die Molkereigenossenschaft zur internationalen Erfolgsgeschichte | Foto: Evelyn Dragan

Schrozberger bietet das größte Demeter-Sortiment

Das sieht auch Friedemann Vogt so. „Die Schrozberger macht stark, dass sie konventionelle und Demeter-Produktion zusammen können.“ Der Erfolg gibt ihm recht. Vogt, seine 75 Mitarbeiter und die 300 Milchbauern zeigen, was geht. Mit ihren traditionellen Produkten. Und mit Demeter. Bei allem, was aus Milch gemacht werden kann, bieten die Schrozberger weltweit das größte Demeter-Sortiment, das seit Jahrzehnten auch in den tegut… Regalen zu finden ist. Sie haben keine Schulden, über Investitionen entscheiden die Genossen selbst, genau wie über die Milchgeldsonderzahlungen zum Jahresende. Ihr Betrieb ist so gesund, wie die Produkte, die er herstellt.

Und so gesund wie die Kühe, die den Rohstoff liefern. Wenn Fiona, Britta, Ronja und die anderen nachts gemolken und entspannt in ihren Liegebuchten schlummern, dann können Heiko und Susanne Schmidt vor dem Stall, wo es keine Lichtverschmutzung gibt, manchmal etwas Glitzerndes am klaren Himmel sehen: die Milchstraße.

Echte Frische bei tegut…

Foto: tegut…

Die gibt es zum Beispiel in den 14 Molkereiprodukten unserer Marke mit dem tegut… Reinheitsversprechen: Von Frischmilch (1,5 %/3,7 % Fett) in der 1-l-Glas-Mehrwegflasche, über Schlagsahne, Schmand und saure Sahne bis hin zu unseren superleckeren milden Joghurts in vier fruchtigen Sorten: ohne Aromen und ganz natürlich mit rund 30 Prozent weniger Zucker als üblich. Einfach so, echt jetzt!

Hier finden Sie alle tegut… Lieferanten.