11. Mai 2020 Category Icon

Essbare Blüten

Schönheit zum Vernaschen

Jetzt blühen sie wieder überall vor unserer Tür: Wildpflanzen mit essbaren Blüten. Sie sehen nicht nur toll aus auf dem Teller, sondern verfeinern mit ihren besonderen Aromen auch so manches Rezept.

Essbare Blüten
Foto: Fotolia

Salat mit Gänseblümchen und Löwenzahnblüten, Sorbet mit Rosenblättern oder Steakbutter mit Kapuzinerkresse? Aber ja! Denn viele der wunderschönen Blüten, die jetzt den Sommer über in den Balkonkästen, im Garten oder auf der Wiese blühen, sind ausgesprochen lecker – und ein großartiger Hingucker auf dem Teller.

Gänseblümchen zum Beispiel eignen sich hervorragend, um Salaten einen fein nussigen Geschmack zu verleihen. Kapuzinerkresse bringt mit ihrem pfeffrigen Aroma Pfiff in Suppen und Hauptspeisen und sieht eindrucksvoll aus in Salaten. Mit einem eher süßen Aroma eignen sich Rosen, Veilchen oder Stiefmütterchen für Desserts. Lavendel ist vielseitig, er bewährt sich in der Mittelmeerküche ebenso wie zu Süßem. Von Würzkräutern wie z. B. Majoran, Kerbel und Minze sind auch die Blüten essbar, und ihr Aroma erinnert ans Gewürz.

Ringelblumen galten früher als „Safran für arme Leute“, mit dem unsere Großmütter Suppen, Soßen und Butter gelb färbten. Mit Veilchen verfeinerten sie Ragout, mit kandierten Rosen oder Schlüsselblumen dekorierten sie Kuchen. Dass viele essbare Blüten auch eine Heilwirkung haben, weiß man schon lange. Auch Vitamine enthalten die Blüten, aber da wir sie ja nur in kleinen Mengen auf die Gerichte dekorieren, fallen sie nicht ins Gewicht.

Rezept für blumige Eiswürfen

Eiswürfel mit Blüten
Foto: Fotolia

Toll, um Säfte und Cocktails aufzupeppen. Legen Sie die Blüten einfach in einen Eiswürfelbehälter, und füllen Sie ihn mit Wasser auf.

Wenn Sie mit essbaren Blüten und Wildkräutern experimentieren wollen, verwenden Sie keine, die aus dem Blumenladen oder Baumarkt stammen: Sie sind fast immer gespritzt. Und wenn Sie unter freiem Himmel sammeln gehen, bedenken Sie: Pflanzen nehmen
Stoffe aus der Umgebung in sich auf; Reste von Dünger, Pflanzenschutzmitteln oder Abgasen, die auf dem Feld oder am Straßenrand einwirken, lassen sich also nicht abwaschen. Auch Hundespazierwege werden Sie meiden wollen. Die besten Blüten stammen entweder aus dem Bio-Laden oder dem eigenen Garten oder Balkonkasten. Eine gute Zeit zur Ernte ist der Vormittag, denn wenn die Blüten sich gerade öffnen, sind die Aromen am intensivsten. Am besten schmecken sie also ganz frisch, notfalls können Sie sie aber auch eine Weile in einer Schale mit kaltem Wasser aufbewahren.

Schütteln Sie die Blüten gut aus, damit sich keine Insekten darin verstecken, und entfernen Sie die grünen Pflanzenteile wie Stängel, Blätter und Kronblätter sowie gegebenenfalls harte Stempel und Staubgefäße vor der Verwendung. Größere Blüten mit weichen Blättern vertragen kein Erhitzen, am besten streuen Sie sie auf das fertig zubereitete Gericht. Sie lassen sich auch trocknen, kandieren und sogar frittieren. Die meisten essbaren Blüten stammen von robusten und pflegeleichten Pflanzen, die Sie gut selbst aussäen und anpflanzen können und die im Garten oder in Kübeln nicht nur eine Augenweide sind, sondern auch eine
gern frequentierte Bienenwiese!

Rezept für Blütenbutter

Rezept für Blütenbutter
Blütenbutter | Foto: Fotolia
  • Ca. 8 El Blütenblätter, fein gehackt
  • 250 g Butter (gesalzen oder ungesalzen)

Die weiche Butter mit den Blüten vermischen, in ein Töpfchen mit Deckel füllen und bei Zimmertemperatur eine Weile ziehen lassen, damit die Blüten ihr Aroma entfalten, dann in den Kühlschrank stellen. Sie können verschiedene Sorten oder nur eine verwenden, z. B. für Lavendel- oder Gänseblümchenbutter. Rosenbutter ist auch in einer süßen Variante lecker. Kapuzinerkresse lässt die Butter intensiv orange leuchten. Blütenbutter eignet sich als Brotaufstrich, für helle Soßen oder als Hingucker auf Grillfleisch.

Von Angela Oelckers

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