21. Oktober 2020 Category Icon

Einkaufszettelpoesie Nr. 19

Einkaufszettel sagen einiges über Menschen aus, über ihre Marotten.

Es gibt Menschen, die haben nette kleine Marotten, die sie auszeichnen und besonders machen. Manche schließen ihre Tür immer nur mit der linken Hand auf, andere treten nie auf die Fugen zwischen zwei Pflastersteinen oder mischen ihr Spezi immer in der Reihenfolge erst Cola, dann Limo.

Marotten sind bei manchen etwas verschrien, aber eigentlich etwas Wunderbares und Poetisches. Sie sind die Zeremonien des Alltags und verleihen dem Leben individuelle und persönliche Struktur. Alliterations-Shopping ist auch so eine Verhaltensweise. Hierbei müssen die Anfangsbuchstaben der Dinge auf dem Einkaufszettel identisch sein und bestimmen so das, was gekauft wird.

tegut... Einkaufszettel
Gefunden in der tegut… Filiale in Witzenhausen

Wer jetzt denkt, das wäre einschränkend, unterschätzt die Fantasie, die in jedem von uns steckt. Wer Tabak, Toastbrot, Toilettenpapier und etwas Wasser braucht, macht daraus einfach Trinken, schon passt es. Und hätte ein Bedarf an Klebeband, Bratensauce und Instantverpflegung bestanden, würde da jetzt Tesa, Tunke und Tütensuppe stehen. Versuchen Sie es doch auch mal mit Alliterations- Shopping. Schreiben Sie einen beliebigen ersten Artikel auf den Zettel und ergänzen Sie nur noch Produkte mit demselben Anfangsbuchstaben. Vermeiden Sie dabei jedoch Quark oder „Yps“-Hefte.

Tnd tenn Thnen tas tlles tm Tnfang ttwas tu tchwer tder tnstrengend tst, tann teranstalten Tie tinfach tine tpontane Techtschreibreform, tnd tchon tasst tlles tür Thre teue tiebenswerte Tinkaufsmarotte.

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Von Dirk Henkelmann

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