10. Dezember 2020 Category Icon

Einkaufszettelpoesie Nr. 20

Einkaufszettel sagen einiges über Menschen aus. Über ihre Ernährung, ihre Lebenssituation und thüringische Sixpacks.

tegut... Einkaufszettel

Stellen wir uns vor, es ist Samstag, 15.30 Uhr. In der ersten Küchen-Bundesliga finden zwei entscheidende Spiele statt: Kondensmilch gegen Suppengrün und Bier gegen Saft. Während das Spiel zwischen dem Retortenklub Kondensmilch gegen Suppengrün aus dem Breisgau unentschieden 1:1 ausgeht, geht es im Spitzenspiel zwischen Bier und Saft hoch her. Nach einer 0:2-Führung der bayrischen Saftpressen legen die Männer aus dem Ruhrgebiet noch mal einen Gang zu und schießen die Gegner aus dem Kühlschrank/Stadion. Die Freudenfeuerzeuge werden gezündet und es gibt Kuchen.

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Gefunden in der tegut… Filiale Häßlerstr. in Erfurt.

So in etwa würde unser Text wohl gehen, wenn wir unseren Männer-Zettel nicht umdrehen würden. Denn danach sieht es anders aus. Die weltberühmte schwäbische Hausfrau in der Thüringenversion tritt auf den Plan. Es wird nur gekauft, was gebraucht wird, in genauer Menge. Kondensmilch hält viel länger als normale: praktisch, bitte einmal. Suppengrün, das Rückgrat vieler Suppen, wird ebenfalls benötigt: ganz genau einmal.

Da die Werbegeschenk-Feuerzeuge alle leer sind und kein Nachschub in Sicht: im Singular auf die Liste. Vier Bier und zwei Saft, ab heute das thüringische Sixpack genannt, für ein schönes Wochenende: bitte wie angegeben mitbringen. Teile einer (Strumpf-)Verpackung als Zettel zu nehmen: vernünftig, bitte immer. Wir finden, so viel Umweltschutz und Planungsgeschick muss belohnt werden: Kuchen!

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Von Dirk Henkelmann

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